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Cameri - eine turbulente, aber lohnende Unternehmung!

Nachdem sich Woolpit in Ströhen wieder ausgeglichener auf dem Viereck zeigte, gab Herr Schwarz für Cameri grünes Licht. Revenue und Ispo durften ebenfalls mit.

Nach langer Fahrt mit einem Zwischenstop in München kamen wir Dienstagabend auf dem Turnierplatz fast am Ende der Welt an. Der Hinweg hatte es bereits in sich gehabt, denn noch bevor wir über die Grenze zu Österreich fuhren, zog der “Heparin” weder den ersten langen Berg hoch noch runter, und wir steckten auf dem nächsten Parkplatz fest. Und wenn man dann neben einem Bergsee zu Beginn der Alpen mit drei Pferden neben der Autobahn steht, hat man einige Befürchtungen, wie man dort wieder wegkommt…Glücklicherweise gab es eine Mercedes LKW- Werkstatt ganz in der Nähe. Der mobile Werkstattmechaniker kam auch prompt und konnte uns beruhigen. Nach einer guten Stunde konnten wir unsere Anreise nach Italien fortsetzen.

Der Turnierplatz befand sich auf einer Polo-Anlage, dementsprechend waren die Bodenverhältnisse sehr gut, der Wettergott zeigte sich auch gut gelaunt, die Toiletten dafür aber katastrophal…Hierauf sollte man lieber nicht weiter eingehen, dennoch zählte man da jeden Tag.

Woolpit schien gut gelaunt. Ihr Dressurauftritt war zwar noch etwas ausdruckslos und sie versprang einen fliegenden Wechsel, dennoch ging meine Philosophie auf, sie zunächst wieder gelassener vorstellen zu können. Dies ergab dann zwar eine Minuspunktzahl von 59,2, aber ich ich war froh, daß sie sich wieder auf mich konzentriert hatte und ruhig abwartete, was ich von ihr verlangte. Da geht es jetzt eindeutig wieder aufwärts…Im Gelände zeigte sie sich sicher und souverän, hatte allerdings ein paar Zeitfehler, die sich aber bei dem zum Teil sehr kringeligen Kurs nicht vermeiden ließen. Auch im Springen klappte alles super und so konnten wir mit Platz 21 von knapp 90 Startern durchaus in der 3 Sterne zufrieden sein. So haben wir nun auch die Quali für die lange 3 Sterne CCI im darauffolgenden Jahr und für England.

In der 2 Sterne -Prüfung bewies sich Ispo einmal mehr.Wenn auch die Dressuraufgabe B für ihn noch sehr anspruchsvoll ist, wird er in Zukunft bei größerer Selbstverständlichkeit deutlich weniger Minuspunkte bekommen und so noch weiter in die Spitze vorstoßen. Im Cross und im Springen zeigt sich dann immer wieder, daß dieses kleine Pferd sehr ernstzunehmen ist, weil er erst 7- jährig bis auf minimale Zeitfehler sein Dressurergebnis ins Finalresult mitnimmt: Platz 12.

Mit Revenue hatte ich hier einiges vor: diesmal sollte es wirklich keinen Ausrutscher geben und ich wollte uns beiden keine Chance lassen, etwas unabgestimmt zu lassen.Unsere Dressurvorstellung gelang mit Ausdruck und sicherem Gefühl, lediglich im Schritt schlichen sich leichte Unebenheiten ein. Von einem Richter die Führung, vom anderen 10 Punkte weniger, aber soweit o.k.. Nachdem wir im Springen wie immer eine starke Runde präsentierten galt es diesmal, auch das Cross mit allen schmalen Sprüngen perfekt zu überstehen und unsere Position halten oder ausbauen zu können. Hier gelang es perfekt: 0 Hindernisfehler und auf die Sekunde genau im Ziel, das hieß 2. Platz. Auch in dieser Prüfung starteten über 90 Teilnehmer.

Zu beiden Springen bleibt zu sagen, daß die Linienführung wirklich anspruchsvoll war und gut nach vorn geritten werden mußte. So wurden viele Fehler gemacht. Im Gelände erwies sich das 2 Sterne - Niveau technisch deutlich anspruchsvoller als im 3 Sterne- Bereich.Dennoch waren beide Kurse nicht zu unterschätzen, was auch die Ausfallquote in beiden Prüfungen zeigte.

Nachdem dann vor Abfahrt unsere Batterie streikte, konnte uns doch der Veranstalter helfen und wir traten endlich die 1.222 km zurück an.

Fazit : Eine durchaus turbulente Woche mit 2.500 km und zusammengerechnet fast 38 Stunden Fahrtzeit. Die erneute Erfahrung,daß man allen Problemen nur geduldig gegenübertreten muß, um dann trotzdem erfolgreich zu sein, rechtfertigt eine solche Unternehmung auf jeden Fall. Auch war die Fahrt über den Brenner ein tolles Erlebnis, was für den weiten Weg entschädigte.

Wooly, Revenue und Ispo haben sich nun einige Wochen Ruhe verdient, bevor es mit dem Wintertraining erneut losgeht.Allerdings werden Julia und ich noch mit je einem Pferd in Stuttgart an den Start gehen: Welches von unseren Pferden mitfährt, steht noch nicht fest.

Wildling erholt sich inzwischen prächtig auf der Weide und freut sich schon jetzt auf die neue Saison…

Bis bald

Euer Ben

Europameisterschaft in Luhmühlen- unser Traum für 2011 geht in Erfüllung

Mit unser, meine ich zunächst Wildling und mich,aber auch alle anderen,die so fest an mich geglaubt haben…
Als derjenige,der als erster Reserve-Reiter in das deutsche Team gerutscht war, hatte ich mir fest vorgenommen,allen zu zeigen,daß ich tatsächlich dorthin gehöre.In allen drei Disziplinen sollte es so gut klappen,wie wir es nun schon können.Das war unser klares Ziel,nicht mehr und nicht weniger.
Die Laune in unserem Team war bestens und so begann das Event am Dienstagabend beim Länderabend schon mit einem Riesenspaß:Die Glocken von Rom bleiben allen bestimmt noch lang in Errinnerung…

Vor der Dressur stand mir Frau Endres zur Seite.Da sie mich seit meiner Warendorfer Zeit unterstützt,tat es mir gut,daß sie mit mir abritt und so ein besonderes Gefühl der Sicherheit gab.
So gelang uns sicher die ausdrucksvollste Vorstellung in dieser Saison und wenn uns dieses kleine Missgeschick nach dem Rückwärtsrichten nicht passiert wäre,hätten wir unsere erste Vier vor den Minuspunkten erritten.Also Ziel Nr.1 erreicht.Mit 50,6 lagen wir nach dem 2. Dressurtag zwar auf Rang 30.Das war in Anbetracht der Tatsache,daß alle Reiter ,bis auf die ersten 10, sehr dicht beieinander lagen.aber nicht schlecht.

Unsere Paradedisziplin folgte am Samstag.Nachdem wir wie schon in Malmö unsere Pferde nachts vorher im Stallzelt barfuss nach dem Unwetter trockengelegt hatten,freuten sie sich mit uns auf einen schönen Geländetag.Für die Zuschauer erwies sich das kühle Wetter mit zeitweise Regen als nicht so angenehm,doch mit der entsprechenden Kleidung stiefelten ca.20.000 Fans entlang der Strecke.Für die Pferde hingegen war die Witterung ideal.Auch der Boden sah rutschiger aus als er war.

Das Wilde war voll in seinem Element.Gut,daß ich ihn in Malmö nicht voll gefordert hatte.Bis auf die Linie am Meßmer-Teich ritt ich alle Passagen direkt und wir zwei erreichten nach einer tollen Runde Null und in der Zeit das Ziel.Die alternative Linie dauerte zwar 4 Sekunden länger und hatte einen Sprung mehr,doch war mir der nicht klar erkenntlich gemachte Aussprung aus dem Wasser auf dem direkten Weg nicht sicher genug.4 Sekunden waren das Risiko nicht wert.
Natürlich war ich überglücklich über unseren gelungenen Ritt.Auch Blacky strahlte,und das war mit das Wichtigste.Auch er glaubt immer fest an mich …

Kurz darauf aber bekam unsere Freude einen Dämpfer,als sich herausstellte,daß Julia ihren Ritt aufgeben mußte,da sich Buddy beim Galoppieren vorne in die Sehne gegriffen hatte und plötzlich lahm ging.Aus unverständlichen Gründen hatte sich wohl zuvor die Gamasche gedreht,so daß es zu dieser Verletzung kommen konnte.Nach einer wirklich guten Dressur lag Julia vor dem Cross gut im Rennen.Da ist die Sorge um Buddy doch sehr groß.

Unsere Mannschaft lag immer noch vorne und das mit riesigem Abstand…

Die Eindrücke am Samstag ließen mich dann doch tatsächlich die perfekte Party abends verschlafen.Trotz mehrfachem Aufweckens weigerte ich mich strikt mein Bett zu verlassen.

Wildling hatte auch nach regelmäßigem Kühlen, Spazierengehen und Grasen abends das Bedürfnis sich für die morgige Verfassung auszuruhen.Vorgetrabt war er locker und gut eingepackt im Stall durfte eigentlich im Stall nichts mehr passieren.

Am nächsten Morgen verlief dann auch alles wie geplant,lediglich beim Applaus der Zuschauer nach dem ‘accepted’,drohte Wild Thing wieder aus den Fugen zu geraten und sich in die ungeschützen Beine zu rennen.Also ganz flott die Gamaschen wieder drum…

Der Parcours stellte sich als angemessen schwierig und anspruchsvoll heraus.Obwohl es so aussah,daß es eine Nullrunde werden könnte,da auch hier Wildling sehr gut sprang und einen guten Rhythmus hatte,erwischte uns der Fehler am drittletzten Sprung.So top wie er drauf war,hinterfrage ich diesmal nicht,ob es seiner oder doch eher meiner war?

Unsere Mannschaft holt Gold,alle Medaillien bleiben in Dutschland, Dirk wird Vierter,alle restlichen Deutschen landen unter den Top und für mich wird die 13 ,die mich seit Malmö verfolgt,zur Glückszahl.

13. im Einzel auf den Europameisterschaften der Senioren,das hätte mal einer Anfang des Jahres sagen sollen.Wir sind einfach alle zusammen ein gutes Team !

Wildling hat jetzt erstmal Urlaub.Noch scheint er das nicht einzusehen,aber wenn er die nächsten 2 Wochen zur Ruhe kommt,freut er sich auf 10 Wochen Spazierengehen,Wiese und vor allen Dingen mal wieder ‘ paniert wie ein Wiener Schnitzel ‘ zu sein.Dann zieht er zu uns nach Dortmund um und geht mit Wurzel,seinem alten Kumpel ,auf die Weide ,bis Anfang Dezember nach der Impfung die neue Saison 2012 eingeleitet wird.

Für Woolpit und Ispo wird es jetzt Ernst,Wooly braucht in Breda noch eine Quali für Boekelo.
Ispo muss sich mit einer guten Sichtung in Hannover noch einmal für Lyon empfehlen…

Bis bald
Euer Ben

Ben in Hünxe: dreimal 2 Sterne mit dem Nachwuchs

In Hünxe fand an diesem Wochenende eine der Sichtungsprüfungen für die Weltmeisterschaft der Jungen Vielseitigkeitkeitspferde 2011 in Lyon statt.So war ich gespannt,wie sich Ispo in dieser,seiner ersten, 2 Sterne Prüfung verhielt.Als zweites Pferd ging Revenue.Nachdem wir beide uns in Fürstenau nicht so ganz einig waren,sah ich mich angehalten,mit ihr doch mehr Erfahrung zu sammeln und so routinierter zu werden.Late war der Dritte im Bunde.Für mich war es ebenfalls neu,drei doch noch unerfahrene Pferde in einem relativ kleinem Starterfeld in dementsprechend kurzen Zeitabständen in einer 2Sterne vorzustellen.Anstrengend,aber genauso reizvoll,da alle 3 sehr unterschiedlich sind.
Ispo war wie immer gut gelaunt,er lief eine ordentliche Dressur,lediglich sein Rückwärtsrichten ließ zu wünschen übrig.Er sah sich lieber das Zelt an,als sich auf das wesentliche zu konzentrieren.Dennoch blieben - 56,1.

Im Gelände bekam ich für alle Pferde Order den LV-Komplex und die Wasserkombination als Alternative zu reiten. Die drei sollten eine flüssiges Gelände laufen,was uns viel Vertrauen in der höheren Klasse gibt.So beendeten wir das Cross mit drei gelungenen Auftritten,die sich durch Galloppiervermögen und Rittigkeit auszeichneten,jedoch durch den weiteren Weg einige Strafsekunden brachten.
Sicher hätte man auch den direkten Weg gut reiten können,doch sollte man sich immer fragen,was möchte ich langfristig erreichen.Ein erfahrenes Vielseitigkeitspferd weiß diese Sprungkomplexe sofort einzuschätzen und zu reagieren,wenn der Weg dorthin auch mal nicht so passt.Ein weniger erfahrenes muss diesen Überblick erst durch viel Routine lernen und sollte zunächst absolutes Vertrauen in seinen Reiter und die verbundenen Ansprüche bekommen.Nur so wird es zu einem sebstbewußten Leistungspferd,was dann mit eigenem Überblick mit seinem Reiter auch kritische Situationen meistern kann,und diese gibt es tatsächlich auch mal.

Im Springen lagen Revenue und ich wieder auf einer Wellenlänge mit einer stilistisch sehr guten Nullrunde.Endergebnis: Platz 9. Kurz dahinter konnte sich Ispo mit einem Abwurf eine Qualifikation in der 2Sterne Prüfung sichern.Hut ab,Ispo beweist immer wieder,daß er ein gutes Vielseitigkeitspferd für den vielleicht ganz großen Sport werden möchte.Eine weitere Qualifikation erreichte Late,der leider im Parcours mit dem Boden nicht so zurecht kam und so 16 FP kassierte und dadurch in der Gesamtwertung nach hinten fiel.
Trotzdem konnte ich mit den Leistungen der drei Nachwuchspferde sehr zufrieden sein.Alle werden die nächsten 14 Tage etwas kürzer treten,um dann für den Rest der Saison weiter fit zu sein.
Für Wildling und mich gibt es die nächste endscheidende Herausforderung in Malmö das erste Augustwochenende….

Euer Benjamin

Deutsche Mannschaftsmeisterschaften in Fürstenau

 Wie letztes Jahr hat auch dieses der Veranstalter keine Mühe gescheut,das Turnier zu einem Top-Event werden zu lassen.Sowohl das Rahmenprogramm als auch die Aufmachung ließen keine Wünsche offen . Hier scheint es sehr viele Aktive und Sponsoren zu geben,die langfristig gemeinsam eine ganz große Veranstaltung vorhaben und diese auch durchziehen.
Selbst wenn es immer Dinge gibt,die noch verbessert werden können,wurde hier im Vergleich zu 2010 Einiges getan,den Reitern und Pferden gerecht zu werden.Gerade im Gelände ist der Boden im Wald auch wetterabhängig und war so teilweise doch sehr tief geworden,aber auch hier wird darüber nachgedacht,wie man den Ansprüchen noch mehr nachkommen kann.
Jedenfalls hatte ich Wildling und Revenue mitgebracht.Da Revenue normalerweise eine sehr gute Dressur geht,sollte sie für die Mannschaftsmeisterschaft starten.Wildling sollte hier noch eine kleinere Prüfung nach der doch sehr schweren in Bramham gehen und so auf Malmö vorbereitet werden.
Leider windete es am ersten Eventtag stark,sodaß sich alle Pferde nicht so konzentriert zeigten.
So blieb auch Revenue mit - 48 eindeutig hinter den Erwartungen zurück.Es sollte auch nicht ihr Wochenende bleiben und auch nicht das der Westfalenmannschaft.Nach ursprünglicher Führung nach der Dressur,konnte diese zwar direkt nach dem Gelände gehalten werden,dennoch mußte dann Frederike ihr Pferd zurückziehen und so blieb uns mit Simone nur noch eine Nullrunde.Anna erwischte es wie viele am Ende der Strecke an Sprungfolge 19, und Revenue und ich verpatzten den zweiten schmalen nach dem ersten Absprung und kassierten 20 HF und ZF.Das Springen war fair aufgebaut,aber auch hier blieben wir eindeutig unter unserer Form.Trotzdem reichte es zum Schluß zum Deutschen MannschaftsVizemeister.
Wildling legte mit einer Enddreißiger Dressur den Grundstein zu seinem abschliėßenden Sieg.
Über diese Dressurnote habe ich mich,aber nicht nur ich sehr gefreut,zumal sich die Richter sehr einig waren und das Wilde wirklich eine tolle Vorstellung mit viel Ausdruck zeigte.
Im Gelände hatten wir 7 Strafsekunden,es sollte von vorn herein eine solide Runde werden,ohne die Zeit erzwingen zu wollen,lediglich unser letzter Sprung war in der Distanz nicht optimal.Das Springen war o.k.Beim Springen hätte man sich allerdings bei vielen Pferden etwas mehr Elastizität gewünscht.Da bleibt zu überlegen,ob das nicht vielleicht mit den vermehrten Absprüngen im Gelände den Tag vorher in Verbindung zu bringen ist.
Noch ein Wort zum Gelände: Das Gelände war gut zu reiten,technisch anspruchsvoll,wurde vielleicht doch an wenigen Stellen unterschätzt,wo es dann auch zu Stopps kam.Lediglich der Boden im Wald wurde nach vielen Startern sehr tief.Stopps sind in einem solchen Geländekurs,der die Geschicklichkeit auf die Probe stellt, eher zu finden als auf anderen Strecken,stellen aber keinen guten und fairen Kurs in Frage.
Es ist schön ,daß wir für unseren Sport die Windreich- Open in Lonnerbecke dazugewonnen haben.

Ben berichtet über Strzegom


Nach Strzegom fuhr ich dieses Jahr zum ersten Mal.Eigentlich war Arville vorgesehen, aber Woolpit brauchte noch dringend eine lange 2 Sterne Qualifikation und diese Prüfung gab es nur in Polen. Nachdem die Lochmaschine,die wie so oft meine Reisebegleiterin war,auf der Buckelpiste von ca.40 Kilometern hinter Cottbus ihr Stützrad verlor,erreichten wir nach ca.9 Stunden den kleinen Ort mit einem wirklich gut organisierten Event.

Auch Julia war mit After the Battle und Lost Prophecy am Start.

In der Einsterneprüfung hatten Ispo und Late ihr Bestes zu geben.Bei Late verpassten wir leider
die Zeit,zu der das Viereck freigegeben wurde. Als wir dann deutlich eher ins Viereck sollten,als angesagt,war unsere Vorstellung nicht frei von Spannung und wir verkaufen uns klar unter Wert. Ispo wächst immer mehr in seine Aufgabe hinein; auch wenn er noch nicht der Strahlemann in der Dressur ist,wird sein Auftreten immer solider und korrekter,sodaß langfristig die Richter nicht mehr über ihn hinwegsehen können.Das Springen war von der Höhe und der Linienführung durchaus für noch nicht so erfahrene Pferde anspruchsvoll und so wurden auch viele Fehler gemacht.Wieder einmal blieb Ispo fehlerfrei und Late hatte einen Abwurf bei einem sonst guten Parcours.Das Gelände,im Schwierigkeitsgrad angemessen und übersichtlich gebaut,technisch gut zu reiten,erwies sich für beide Pferde als problemlos,also clear round.Am Ende standen ein 10. Platz für Ispo und der 26. Rang für Late zu Buche, und ich bin sicher,daß
beide der 2 Sterne Prüfung in Hünxe voll gewachsen sind.

Wooly nutzte ganz klar ihre Chance.Sie war glücklich, daß sie mit durfte,und ging eine wirklich gute und ausdrucksvolle Dressur,die nur durch eine Spannung im Schritt getrübt wurde,als eine Stute mit Fohlen über die anliegende Straße trabte.Schritt ist ja ohnehin nicht ihre Stärke. Die Minuspunktzahl von 52,2 kann hier dennoch nicht als schlechtes Ergebnis gewertet werden,da
Louis mit Julia mit 48,1 vorne lag und auch wirklich sehr gut war.
Im Gelände passierte mir allerdings ein großes Mißgeschick.Unser Start klappte bestens und ich fühlte mich ganz sicher,als ich auf dem Hauptplatz ankam und die lange Seite galoppieren ließ…da sah ich links von uns einen Sprung,der mir als 2 Sterne- Sprung bekannt vorkam. Ich befand mich auf der parallel verlaufenden 1 Stern-Linie! Also sofort wenden,wieder zurück,großzügig den verpaßten Sprung anreiten.Und nun wollte ich es wissen.Woolpit ist lang und hat lange Beine,bisher hatte ich mich nicht gewagt sie wie Wildling nach vorne zu reiten,da sie sich oft als sehr stark erwies.Heute war ich es ihr schuldig,denn sonst hätte ich unsere ganze Prüfung vermasselt. Sie war perfekt! Sie machte so Riesengaloppsprünge und ließ sich dennoch so top regulieren,daß wir im Ziel nur 2 Sekunden über Bestzeit ankamen.Alle staunten,das hätte ihr keiner zugetraut.Auch im Ziel war sie topfit und war kaum nass.
Im Springen am Sonntag blieb sie auch ohne Fehler und wurde dann hinter Louis Zweite.Hier bleibt zu erwähnen,dass der Springplatz sehr groß und imposant ist und es Spaß macht,hier zu reiten.Strzegom ist ein schönes Turnier,was man weiterhin in den Saisonplan einbeziehen sollte.

Ben Winter Horze Team: CCI 3 Sterne U 25 in Bramham Anfang Juni 2011

Endlich ist es soweit.Seit Anfang der Saison freute sich Ben mit Wildling auf diese Tour nach England.Dann kommt zwar kein Start mehr in Luhmühlen in Frage, aber Bramham ist beiden wichtig.
> Am Montagmittag ging es los. Abfahrt bei Simone in Saerbeck. Umladen war schwierig, da wir zu viele Sachen mitgebracht heben. Passte aber dennoch fast alles rein. Fähre ging um neun Uhr abends in Rotterdam, Pferde waren erst leicht aufgeregt, dann aber ganz ruhig und haben 12 Stunden während der Überfahrt geschlafen. In Hull angekommen, fuhren wir noch ungefähr 1,5 h um als erster LKW auf dem traditionellen Turnierplatz einzutreffen. Ein traumhaft schöner Park bot den Platz für die Veranstaltung. Mittwoch war für Easy und Simone die erste Verfassungsprüfung, Free and Easy “passed”. Donnerstag stand Dressurtrainieren und Geländeabgehen auf dem Plan, außerdem die erste Verfassung für das Wilde. Frisch geschniegelt und gebügelt trabten Wildling und Ben stilecht vor dem Schloss, abends reiste Wilhelm zur Unterstützung an und begleitete uns auf den englischen Abend für Reiter und Besitzer. Am Freitag morgen legte Simone in der Senior Tour eine Gute Dressur vor ,und Wildling hat sich wohl von Easy erklären lassen, wie er die Beine im Trab schmeißen muss, um eine Enddreißiger zu bekommen, leider endete das in einem Beinsalat nach der Grußaufstellung. Ansonsten ging er sehr schön im Schlosspark, zeigte allerdings einen perfekten Wechsel im Außengalopp.
> Nach erneuten Geländeabgehen sorgen Laura und Simone dafür, dass Ben früh ins Bett kommt, obwohl weitere Unterstützung aus good old Germany angereist ist. Ben ist auch brav und diskutiert nicht, er liegt um halb zehn in der Horizontalen. Samstag morgen sorgt Wilhelm dafür, dass Ben ein ordentliches Frühstück bekommt. Laura füttert das Wilde, damit es genug Kraft für den anspruchvollen Kurs hat. Nachdem erst die Senioren das Gelände testen und nicht unbedingt immer eine gute Figur machten, wird die Anspannung bei
Ben Winter Horze Team doch deutlich spürbar. Simones Testen der Airbag Weste am vorletzten Hindernis nach einer tollen Runde beruhigt da auch nicht unbedingt die Nerven. Um eins scheint es dann soweit zu sein und mit Verspätung startet das Wilde in eine Clearround, Clear in Time. Ben und es sind nach dem Kurs erleichtert und glücklich. Als Belohnung darf das Wilde abends noch ein Stündchen grasen und Ben feiern gehen. Die Feierei ist gut aber kurz, da die Verfassung und das Springen Sonntag früh um acht sind. Zwischenrang nach Dressur und Gelände 11., nach Verfassung 10. Springen wird rückwärts gestartet, ist nicht besonders hoch, dafür von der Linienführung etwas gewöhnungsbedürftig. Das Wilde gibt alles, Ben reitet einmal nicht genug weiter in Richtung der Zuschauer, Ergebnis ist eine Superrunde,jedoch leider ein Fehler. Platz zehn bleibt, da die anderen auch hier und da mal nicht ganz bei der Sache waren.Die Freude ist groß, wird allerdings etwas getrübt, da nur die ersten 9 Geld bekommen, was bei dem Kostenaufwand mit Fähre und Co ja nicht schlecht gewesen wäre. Den Heimweg treten wir um halb sechs zusammen mit Rüders und Thomsens an, unsere Fähre geht um 9. Am nächsten morgen huschen wir schnell durch Holland und sind gegen drei wieder bei Simone. Resultat dieses Wochenendes: Ein tolles Event bei idealem Wetter und Superfans,FreeEasy und Wildling immer noch topfit, einfach ein Zeit, die wir auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederholen sollten…

Eure Laura

Wahlsdorf-Liepe - Sieg mit Hindernissen…

Nach Wahlsdorf zu kommen und auch wieder zurückzukommen, war nicht so einfach wie geplant. Auf dem Hinweg zu dem abgelegenen Ort südlich von Berlin war die gewählte Autobahn gesperrt, so daß nach langer Anfahrt die Route noch mal geändert wurde. Auf dem Heimweg verhinderte ein 30 km langer Stau um Hannover eine Rückkehr nach Warendorf vor Mitternacht, obwohl wir bereits am Nachmittag früh aufgebrochen sind.Wir, das sind Revenue, Wooly und ich, da ich diesmal keinen Mitfahrer hatte.

Auf meine beiden Stuten konnte ich an diesem Wochenende wirklich stolz sein, sie haben einen tollen Job gemacht. Revenue war zwar in der Dressur hochrossig und daher nicht so angenehm zu reiten wie sonst, aber sie überzeugte die Richter wieder einmal mehr. Woolit knüpfte noch nicht wieder an ihrer Bestform an, aber ging deutlich gelassener als in Velen. Damit konnte ich sehr zufrieden sein, auch wenn es stets noch etwas zu verbessern gibt.

Im Cross absolvierten wir drei zwei souveräne Runden. Revenue zeigte sich diesmal überall sicher und schnell und auch Wooly war mit dem richtigen Gebiss wieder top regulierbar und so auch gut in der Zeit. Trotz hügeligem Gelände waren sie konditionell sehr gut drauf und trabten abends bestens.Zwischenstand: 1.und 10. Rang.

Im abschließendem Springen wollte ich mir natürlich meinen Sieg mit Revenue nicht mehr nehmen lassen. Auch hier erlaubten wir uns keine Fehler.Revenue behielt nur ihre 44 Minuspunkte aus der Dressur und so konnten wir unsere erste gemeinsame 2 Sterne-Prüfung gewinnen.Wooly landete zusätzlich auf Platz 8.

Das nächste Wochenende ist jetzt frei und danach freue ich mich darauf,mit Wlldling zur langen
3 Sterne nach Bramham zu fahren.Da wir die Firma horze als neuen Sponsor gewonnen haben,werden wir dort in neuer Ausstattung auftreten.

Bis dann

Euer Ben

Sehr zufrieden mit Everswinkel…

Auf die Prüfung in Everswinkel war ich schon sehr gespannt,da Ispo dort in seiner allerersten
,Langen Internationale L’ starten sollte.Late ging als 2.sicheres Pferd mit.

In der Dressur zeigten sich beide sicherer und wir konnten mit unserer harmonischen Vorstellung in den Vierziger-Bereich vorstoßen.
Ispo war jetzt viel cooler und zufriedener im Genick,seinen guten Schritt machte er zu einem Höhepunkt der Aufgabe,und so erreichten wir minus 48,3.Da er nicht von Natur aus der Strahlemann für die Dressur ist,wird die konsequente Ausbildung langfristig noch zu deutlich besseren Ergebnissen führen können.Er ist erst sieben und seine Ausstrahlung wird sich immer weiterentwickeln,drei gute Grundgangarten hat er ja.
Late war wesentlich gelassener als noch in Velen und so bekamen wir mit einer ansprechenden
Vorstellung sogar ordentliche 46,6 Minuspunkte,Platz 12 von 62 Startern,gar nicht so schlecht.

Das Gelände ging über ca.3700 m und ist wie immer unsere Lieblingsdisziplin.
Late hat als ehemaliges Rennpferd keinerlei Probleme die Bestzeit zu halten,wenn andere Pferde zweieinhalb Galloppsprünge brauchen,macht er gerade mal einen.Also null und in der Zeit,Zwischenrang 7.
Ispo presentierte sich bei seinem Debüt ausgezeichnet.Aus dem springbegabten und etwas zu gut ernährten kleinen Rappen von vor zwei Jahren ist ein athletisches vielversprechendes Nachwuchspferd geworden.Unserem Ziel,in diesem Jahr auf der Weltmeisterschaft der jungen
Vielseitigkeitspferde starten zu dürfen,rücken wir mit jeder Prüfung näher.

Auch im Springen stellte er seine Zuverlässigkeit wieder einmal unter Beweis und lieferte eine eine beispielhafte Nullrunde,Endergebnis der ersten langen Prüfung: Platz 6.Late beendete das Springen mit einem Springfehler und landete auf Rang 8.

Also kann ich mit den beiden beruhigt in die weitere Saison blicken und freue mich mit ihnen auf die erste 2 Sterne- Prüfung voraussichtlich im Juli .

Euer Ben

Marbach-Bericht von Ben

Nachdem ich mit Wildling in Bielefeld nach unserem Sturz noch eine kleine vorbereitende Prüfung geritten bin,wollte in Marbach nur eins: Wieder sicher wie alle Jahre zuvor reiten und das alte absolut gute Gefühl wiedererlangen.

Bei Ankunft am Gestüt teilte uns Herr Melzer mit,dass die Perspektivgruppe als eine Mannschaft aufgestellt wird.So hatten wir mit Sandra,Anna,Julia und mir eine wirklich starke Truppe zusammen.Das wollten wir natürlich auch nutzen.

In der Dressur errang Sandra mit Opgun Louvo hinter Michael Jung die drittbeste Note mit 39,40, Julia erhielt mit Buddy nach einer ebenfalls gelungenen Vorstellung 42,00, Anna folgte mit Charlott und 45,60 und mir blieben mit Wild Thing nach einem mißlungenem Gallopwechsel noch 51,80 Minuspunkte. Damit führten wir das Feld an.

Für das traumhafte Gelände mußten die Pferde gut konditioniert sein,da es ständig berghoch un d wieder bergab ging.Die Lochmascine hat einmal mehr das Geläuf in einen sehr guten Zustand versetzt,so daß man hier keine Bedenken haben mußte.Auch der Aufbau war gut durchdacht und gut zu reiten,sicher waren auch einige Klippen darin.Bei strahlendem Sonnenschein waren viele Besucher auch von weiter hergekommen.
Jedenfalls versprach das Cross Spaß zu machen Sandras Opgun,After the Battle und Wildling ließen es sich nicht nehmen,mit uns die Runde souverän mit Null und in der Zeit zu beenden.Lediglich Charlotte und Anna bekamen 5,2 Zeitstrafpunkte.Damit hatten wir unsere Führung ausgebaut.

Am Sonntag fand das Springen im Stadion des Gestuets statt.Unser Team hatte zwei Spring Fehler Vorsprung.Mit zwei Nullfehlerritten und zweimal einem Abwurf bauten wir unseren Abstand zur zweitplatzierten Mannschaft noch weiter aus und gewannen den Nationenpreis.
An zweiter Stelle lag SWE-GER mit Peter und Dr.Kirsten Thomsen,Kai Rüder und Malin Larsson.Den dritten Platz belegte SAMURAI mit Simone Deitermann,Dirk Schrade,yoshiaki Oiwa und Kenki Sato.

Wildling zu reiten,machte einmal mehr einfach nur Spaß.Von Anfang an waren wir wieder dasSuperteam,das alle Schwierigkeiten meistern kann. Keine Spur von Kreuth,wie immer Vertrauen und Abstimmung.Einfach mein Wildling.

Von Ben

Velen: Ein Wechselbad der Gefühle…

Für Velen fühlte sich mein Kopf wieder fit genug .Hier sollten Revenue und Late Coronation ihre erste 2 Sterne gehen und Ispo sein Debüt in der 1 Stern-Prüfung geben.Woolpit war eigentlich als sicheres Pferd für die Meisterschaftswertung gedacht.
Aber oft kommt es dann doch anders als man sich das vorgestellt hat.

Revenue zeigte eine ordentliche Dressur und lag damit zunächst auf Rang 5.Late hingegen konzentrierte sich auf dem Viereck deutlich weniger als außen herum und braucht langfristig hier mehr Prüfungsroutine.Im Gelände fehlten ihm nur 3Sekunden zur Bestzeit und er erfüllte seine Sache sehr aufmerksam.Revenue dagegen hatte auch eine sehr gute Runde bis zum 2.Wasser.Nachdem sie ohne Probleme in das 1.Wasser im Wald sprang,obwohl sie sich dort im letzten Jahr stark verletzt hatte,war ich mir meiner Sache vielleicht etwas zu sicher .Vor dem Einsprung ging uns der Rhythmus verloren und so trafen wir den Schmalen Sprung danach leider nicht mehr.Ärgerliche 20 Minuspunkte.Der restliche Kurs lief wieder souverän.Im abschließenden Springen am Sonntag zeigte Revenue erneut ihre Qualität.Late konnte sich trotz 2 Abwürfen noch eine Plazierung sichern.
Woolpit blieb hinter meinen Erwartungen zurück.Der Dressurplatz gefiel ihr garnicht ,sie wurde ab dem Schritt ziemlich heiß und so gab es 57,50 Strafpunkte.Auch im Cross war sie noch nicht wieder so kooperativ und wendig,wie das sein sollte,so blieb sie zwar ohne Stop aber war deutlich über der Zeit.Im Springen gab sie dann alles und hatte lediglich am letzten Sprung 4 Fehler.Trotzdem:Außer Spesen nichts gewesen,hatte ich mir mit ihr etwas anders vorgestellt.

Ispo dagegen nutzte seinen ersten Auftritt in einer Internationalen Prüfung und wurde abschließend von 90 Startern 14.Seine Dressur wird immer sicherer,im Gelände hatten wir nur 0,8 Zeitfehler und Parcours war ausgezeichnet.Es macht einfach Spass ihn zu reiten.Mal sehen,was er in seiner ersten langen Prüfung in Everswinkel sagt…

Euer Ben